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Ihr Hund schläft zu wenig? Nächtliche Unruhe bei Hunden und ihre Ursachen
17. September 2026 | von VetFamily | Tiere verstehenIhr Hund schläft nachts nicht und kommt nicht zur Ruhe? Die häufigsten Ursachen für nächtliche Unruhe bei Hunden im Überblick.
Foto von Phil Hearing auf Unsplash
Inhaltsverzeichnis
Steht Ihr Hund nachts immer wieder auf, läuft durch die Wohnung oder wechselt ständig seinen Liegeplatz, fehlt am nächsten Morgen oft allen der Schlaf. Mit Erziehung hat nächtliche Unruhe bei Hunden nur selten zu tun. Häufig liegen die Gründe im Tagesablauf, beim Schlafplatz oder in körperlichen Beschwerden, die bisher unbemerkt geblieben sind. Deshalb hilft zunächst ein genauer Blick auf den Tag davor.
Wie viel Schlaf braucht ein Hund?
Hunde haben einen anderen Schlafrhythmus als Menschen. Sie schlafen nachts nicht mehrere Stunden am Stück, sondern verteilen ihre Ruhephasen über den gesamten Tag. Dabei wachen sie immer wieder kurz auf. Hinzu kommen längere Phasen des Dösens. Ihr Hund hat dann zwar die Augen geschlossen, bekommt aber trotzdem mit, was um ihn herum passiert.
Schlaf und Dösen zusammen ergeben bei erwachsenen Hunden ungefähr 14 bis 20 Stunden pro Tag. Wie viel Ruhe ein Hund tatsächlich braucht, ist individuell und hängt unter anderem von Alter, Rasse, Gesundheitszustand und Temperament ab. Im Deutschen steht das Wort hundemüde für völlige Erschöpfung. Ausgerechnet bei Hunden selbst ist Müdigkeit jedoch nicht immer offensichtlich, weil sie es oft mit Aktivität überspielen.
Schlafbedarf in den verschiedenen Lebensphasen
- Welpen bis etwa 16 Wochen brauchen rund 20 Stunden Schlaf und Ruhe täglich.
- Junghunde bis etwa zwei Jahre kommen auf ungefähr 16 bis 20 Stunden.
- Erwachsene Hunde benötigen etwa 14 bis 18 Stunden.
- Bei Senioren steigt der Ruhebedarf häufig wieder an.
Die Zahlen dienen nur als Orientierung. Ein gelassener Familienhund braucht unter Umständen weniger Ruhe, während ein junger Hund nach einem aufregenden Tag deutlich länger schlafen möchte. Auffällig wird eine Veränderung vor allem dann, wenn Ihr Hund über mehrere Wochen deutlich weniger ruht als sonst und auch tagsüber kaum abschalten kann.
Warum Hunde nachts unruhig werden
Die möglichen Auslöser lassen sich grob unterscheiden. Manche hängen mit dem Alltag, der Beschäftigung oder der Umgebung zusammen. Andere haben körperliche Ursachen und sollten tierärztlich untersucht werden.
Hilfreich ist zunächst die Frage, seit wann sich der Hund nachts anders verhält. Entwickelt sich die Unruhe langsam und fällt zeitlich mit einer Veränderung im Haushalt zusammen, spricht vieles für einen Auslöser im Alltag. Beginnt es dagegen plötzlich, obwohl die gewohnten Abläufe gleich geblieben sind, sollte auch an gesundheitliche Beschwerden gedacht werden.
Hunde orientieren sich an einem inneren Tagesrhythmus, der sogenannten circadianen Rhythmik. Tageslicht und die täglichen Abläufe ihrer Menschen beeinflussen diesen Rhythmus.
Umgebung und Alltag als Auslöser
Schläft Ihr Hund nachts schlecht, kann die Ursache bereits im Tagesverlauf liegen. Bei zu wenig Beschäftigung bleibt am Abend Energie übrig. Ein voller Tag mit ständig neuen Reizen kann jedoch genauso problematisch sein. Manche Hunde sind danach so aufgedreht, dass ihnen der Wechsel in eine Ruhephase schwerfällt.
Späte Aktivitäten können das Einschlafen zusätzlich erschweren. Ausgiebiges Spielen kurz vor dem Schlafengehen oder ein lauter Fernsehabend kann einen empfindlichen Hund länger wachhalten.
Bei der Fütterung lohnt sich ein Blick auf den Zeitpunkt. Ein sehr voller Magen kann ebenso stören wie großer Hunger nach einer langen Futterpause. Selbst die Zeitumstellung verändert gewohnte Futterzeiten und Gassirunden um eine Stunde. Einige Hunde benötigen ein paar Tage, um sich an den neuen Ablauf zu gewöhnen.
Äußere Einflüsse kommen als weiterer Auslöser infrage. Feuerwerk und Baustellenlärm bringen vor allem geräuschempfindliche Hunde aus ihrer gewohnten Ruhe. Gewitter können denselben Effekt haben.
Der Schlafplatz auf dem Prüfstand

Schauen Sie sich den Schlafplatz einmal aus der Perspektive des Hundes an. Setzen oder legen Sie sich am Abend für einige Minuten dorthin. So fallen Störungen auf, die aus normaler Raumhöhe leicht übersehen werden:
- Zugluft von einer Tür oder zu viel Wärme direkt neben der Heizung
- Licht von draußen oder eine leuchtende Standby-Anzeige
- Geräusche aus dem Treppenhaus, die sich als Trittschall in die Wohnung übertragen
- ein Liegeplatz mitten im Durchgang, an dem ständig Bewegung herrscht
- eine Unterlage, die für die Gelenke eines älteren Hundes inzwischen zu hart ist
Ein zweiter Liegeplatz in einem ruhigeren Raum kostet wenig und zeigt schnell, ob der bisherige Platz das Problem war.
Nächtliche Unruhe bei Junghunden
Bei jungen Hunden ist Übermüdung leicht mit überschüssiger Energie zu verwechseln. Ein Junghund mit Schlafmangel wirkt teilweise besonders munter. Er wird hektisch, läuft rastlos umher und kann sich kaum selbst beschäftigen. Wird dieses Verhalten als Langeweile interpretiert und folgt darauf noch mehr Beschäftigung, verschärft sich die Übermüdung.
Ihr Hund ist müde, schläft aber trotzdem nicht? Dann braucht er unter Umständen Unterstützung dabei, zur Ruhe zu kommen. Planen Sie nach Wachphasen feste Pausen ein und ermöglichen Sie einen ruhigen Rückzugsort, an dem er nicht ständig angesprochen wird. Besonders junge Hunde müssen Ruhe erst lernen.
Bei Welpen und jungen Hunden spielt außerdem die Blase eine Rolle. Sie halten nachts noch nicht durch und melden sich deshalb häufiger. Mit zunehmendem Alter reguliert sich dies aber. Sie sollten die nächtliche Runde möglichst kurz halten und ruhig bleiben. So wird aus dem nächtlichen Toilettengang keine zusätzliche Beschäftigungszeit.
Wenn ältere Hunde nachts nicht mehr durchschlafen
Bei älteren Hunden steckt hinter schlechtem Nachtschlaf häufiger ein körperlicher Auslöser. Gelenkprobleme können das Liegen unangenehm machen, sodass der Hund seine Position immer wieder verändert.
Werden Sehen oder Hören schlechter, kann auch das Aufwachen in einem dunklen Raum Verunsicherung auslösen. Ein kleines Nachtlicht und ein vertrauter, gleichbleibender Weg zur Tür können dann helfen.
Verändert sich der Tag-Nacht-Rhythmus deutlich, kommt auch eine kognitive Dysfunktion infrage. Damit ist eine Form der Altersdemenz beim Hund gemeint. Betroffene Tiere schlafen beispielsweise tagsüber deutlich mehr und laufen dafür nachts durch die Wohnung. Auch längeres Starren ins Leere kann auftreten oder sie werden unsauber. Heilbar ist die Erkrankung nicht. Ihr Verlauf kann jedoch verlangsamt werden. Eine frühe tierärztliche Einschätzung erweitert die Möglichkeiten, auf die Veränderungen zu reagieren.
Körperliche Ursachen für nächtliche Unruhe
Bleibt Ihr Hund nachts unruhig und passt keine Veränderung im Alltag dazu, sollte auch nach körperlichen Auslösern gesucht werden. Dazu zählen:
- Schmerzen, die beim längeren Liegen stärker auffallen
- Juckreiz aufgrund von Parasiten oder einer Hauterkrankung
- Übelkeit am frühen Morgen nach einer langen Zeit ohne Futter
- eine Blasenentzündung mit häufigem Harndrang
- verstärkter Durst und häufigeres Wasserlassen als mögliche Hinweise auf Erkrankungen der Nieren oder des Stoffwechsels
- Husten oder Hecheln während der Ruhe, das mit Herz oder Atemwegen zusammenhängen kann
Eine solche Übersicht kann keine tierärztliche Untersuchung ersetzen. Sie hilft aber dabei, Veränderungen genauer zu beobachten und später möglichst konkret zu beschreiben.
So kommt Ihr Hund zur Ruhe

Oft zeigen sich Zusammenhänge erst, wenn man den Tagesablauf über einen längeren Zeitraum beobachtet. Folgende Punkte können dabei helfen:
- Halten Sie die Zeiten für Fütterung und Spaziergänge möglichst konstant.
- Sorgen Sie nach Beschäftigung bewusst für Ruhephasen.
- Gestalten Sie den Abend ruhig und halten auch die letzte Gassirunde eher unspektakulär.
- Kontrollieren Sie den Schlafplatz auf störendes Licht, Zugluft, Geräusche und eine ungeeignete Liegefläche.
- Stellen Sie Ihrem Hund einen weiteren Schlafplatz als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung.
- Schreiben Sie zwei Wochen lang auf, wann der Hund nachts aufsteht und was am Tag oder Abend davor passiert ist.
Ein Hinweis ist dabei besonders wichtig: Pflanzliche Beruhigungsmittel sollten nicht ohne vorherige tierärztliche Rücksprache gegeben werden. Solche Präparate können Beschwerden verdecken, obwohl beispielsweise Schmerzen hinter der Unruhe stecken.
Wann zum Tierarzt?
Eine einzelne unruhige Nacht ist noch kein Grund für einen Termin in der Tierarztpraxis. Bleibt die Unruhe jedoch ein bis zwei Wochen bestehen oder beginnt sie plötzlich ohne erkennbaren Anlass, sollte die Ursache untersucht werden. Kommt eines der oben genannten Anzeichen dazu, sollten Sie nicht so lange warten. Bei Atemnot ist noch am selben Tag ein Besuch in der Praxis notwendig. Nehmen Sie Ihre Aufzeichnungen aus den vergangenen Nächten mit. Sie helfen dabei, mögliche Ursachen schneller einzugrenzen.
Fazit: Nächtliche Unruhe bei Hunden ernst nehmen
Hinter nächtlicher Unruhe bei Hunden steckt meist ein konkreter Auslöser. Bei jungen Tieren fehlt häufig ausreichend Ruhe während des Tages. Bei erwachsenen Hunden lohnt sich ein genauer Blick auf Tagesablauf und Schlafplatz. Im höheren Alter kommen häufiger Schmerzen oder andere altersbedingte Veränderungen hinzu. Wenn Sie das Verhalten Ihres Hundes über zwei Wochen notieren, lassen sich Zusammenhänge leichter erkennen und Veränderungen besser einordnen.
Hält die Unruhe an, nimmt sie zu oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollte die Ursache in einer Tierarztpraxis abgeklärt werden. Dort kann eingeschätzt werden, ob Schmerzen oder altersbedingte Veränderungen hinter dem Verhalten stecken und welche weiteren Schritte sinnvoll sind. Wenden Sie sich dafür an eine Tierarztpraxis in Ihrer Nähe. Ihre Beobachtungen aus den Nächten davor sind dabei die beste Vorbereitung.
Quellen
BauNetz Wissen: https://www.baunetzwissen.de/daemmstoffe/fachwissen/schallschutz/trittschall-152300 (abgerufen am 31. August 2026)
DWDS Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache: https://www.dwds.de/wb/hundem%C3%BCde (abgerufen am 31. August 2026)
Physikalisch-Technische Bundesanstalt: https://www.ptb.de/cms/ptb/fachabteilungen/abt4/fb-44/ag-441/darstellung-der-gesetzlichen-zeit.html (abgerufen am 31. August 2026)
Spektrum Lexikon der Biologie: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/circadiane-rhythmik/14201 (abgerufen am 31. August 2026)
tfa-wissen: https://www.tfa-wissen.de/demenz-bei-hund-und-katze-die-kognitive-dysfunktion (abgerufen am 31. August 2026)
