Hinweis
Tierarzt-Finder
An dieser Stelle zeigen wir Ihnen in Zukunft die passende Tierarztpraxis aus Ihrer unmittelbaren Umgebung an. Wir sind aktuell noch dabei, das Netzwerk zusammenzustellen.
Welche Fischarten sind für Aquarien geeignet?
13. Mai 2026 | von VetFamily | Alltag mit Haustier, PflegeWährend manche Fische besonders pflegeleicht und robust sind, benötigen andere spezielle Wasserwerte oder viel Platz.
Foto von Jeffry Surianto auf Pexels
Inhaltsverzeichnis
Ein Aquarium bringt ein Stück Unterwasserwelt direkt ins Wohnzimmer: bunt, lebendig und je nach Bewohnern auch ziemlich entspannend zum Zuschauen. Bevor die ersten Fische einziehen, stellt sich jedoch eine zentrale Frage: Welche Fischarten eignen sich überhaupt für ein Aquarium? Die Auswahl reicht von robusten Einsteigerarten über farbenprächtige Schwarmfische bis hin zu anspruchsvollen Salzwasserbewohnern. Dieser Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Arten und zeigt, worauf Sie bei Pflege und Vergesellschaftung achten sollten.
Süßwasser- oder Salzwasseraquarium: die Grundsatzentscheidung
Bevor Sie sich für bestimmte Fische entscheiden, sollten Sie wissen, in welche Richtung es gehen soll. Diese Wahl beeinflusst Technik, Pflegeaufwand, Kosten und den möglichen Besatz.
Der größte Unterschied zwischen Süß- und Salzwasser liegt im Salzgehalt des Wassers: Während Süßwasseraquarien mit normalem, salzfreiem Wasser betrieben werden, benötigen Salzwasseraquarien speziell aufbereitetes Meerwasser mit einem konstanten Salzgehalt.
Süßwasseraquarium als unkomplizierter Einstieg
Das Süßwasseraquarium ist die klassische Variante und ideal für den Anfang. Die Technik ist günstiger, die Wasserwerte lassen sich einfacher stabil halten und es gibt viele robuste Fischarten zur Auswahl.
Typische Eigenschaften eines Süßwasserbeckens:
- Temperatur: meist 24 bis 26 °C bei tropischen Arten, 18 bis 22°C für Kaltwasserfische
- Anschaffungskosten: deutlich günstiger als beim Meerwasser
- Pflegeaufwand: überschaubar, ein wöchentlicher Teilwasserwechsel reicht meist aus
- Mögliche Bewohner: Salmler, Bärblinge, Lebendgebärende, Welse, Zwergbuntbarsche, Goldfische (Kaltwasserfisch)

Salzwasserfische fürs Aquarium – Faszination mit Verantwortung
Ein Meerwasseraquarium ist optisch beeindruckend, aber technisch und finanziell deutlich anspruchsvoller. Hinzu kommt ein Punkt, den viele unterschätzen: Ein Großteil der weltweit gehandelten Salzwasserfische stammt nach wie vor aus Wildfängen in tropischen Korallenriffen, was die natürlichen Bestände belasten kann.
Typische Eigenschaften eines Salzwasserbeckens:
- Temperatur: meist 24 bis 26 °C bei tropischen Riffaquarien
- Anschaffungskosten: deutlich höher (zusätzlich Abschäumer, Strömungspumpen, spezielle Beleuchtung und Salz)
- Pflegeaufwand: anspruchsvoll, weil Salzgehalt, pH-Wert und Karbonathärte regelmäßig kontrolliert werden müssen
- Mögliche Bewohner: Anemonenfische, Riffbarsche, Doktorfische, Lippfische, Grundeln
Wer zum ersten Mal ein Aquarium einrichtet, ist mit einem Süßwasserbecken klar besser beraten. Ein Salzwasseraquarium dagegen lohnt sich für alle, die bereits Erfahrung mit der Aquaristik gesammelt haben und das nötige Budget sowie die Geduld für eine längere Einarbeitungsphase mitbringen.
Beide Varianten können langfristig große Freude bereiten, solange Sie sich vorher ehrlich fragen, was Sie davon im Alltag tatsächlich leisten können.
So pflegen Sie Ihr Aquarium richtig
Pflege heißt im Aquarium nicht nur Wasser wechseln. Es geht darum, die richtige Technik zu haben, regelmäßig zu kontrollieren und ein Auge auf die Wasserwerte zu werfen.
Grundausstattung für ein Aquarium
Für den Start benötigen Sie:
- ein Becken (mindestens 54 Liter, besser 100 Liter und mehr, weil größere Becken biologisch stabiler laufen)
- einen Filter zur biologischen und mechanischen Reinigung
- einen Heizer mit Thermostat
- eine passende Beleuchtung für Pflanzen und Fische
- Bodengrund und Wasserpflanzen
- Thermometer und Wassertests für pH-Wert, Nitrit, Nitrat und Härte
Pflege und Reinigung im Alltag
Der wichtigste Pflegevorgang ist der wöchentliche Teilwasserwechsel von etwa 20 bis 30 Prozent. Dabei saugen Sie gleichzeitig Mulm, also Futterreste und Ausscheidungen, vom Bodengrund ab. Den Filter reinigen Sie nur alle vier bis acht Wochen und ausschließlich mit Beckenwasser. Würden Sie ihn unter dem Wasserhahn ausspülen, würden Sie die nützlichen Bakterien abtöten, die das Becken sauber halten. Algen an den Scheiben werden bei Bedarf abgewischt, Pflanzen regelmäßig zurückgeschnitten. Bei der Fütterung gilt: lieber etwas zu wenig als zu viel.
Die wichtigsten Wasserwerte im Überblick
Die Wasserqualität ist der wichtigste Punkt überhaupt. Fische schwimmen den ganzen Tag in ihrem eigenen Wasser, also entscheidet die Wasserchemie direkt darüber, wie gut es ihnen geht. Vier Werte sollten Sie kennen:
- pH-Wert: gibt an, ob das Wasser sauer, neutral oder alkalisch ist. Die meisten Aquarienfische fühlen sich in einem Bereich zwischen 6,5 und 7,5 wohl.
- Wasserhärte: beschreibt, wie viele gelöste Mineralien (vor allem Kalk) im Wasser sind. Manche Arten brauchen weiches, andere hartes Wasser.
- Nitrit und Nitrat: Abbauprodukte, die durch Futter und Ausscheidungen der Fische entstehen. Nitrit ist schon in winzigen Mengen giftig und sollte immer bei null liegen. Nitrat ist viel weniger problematisch, sollte aber durch regelmäßige Wasserwechsel im Rahmen gehalten werden.
Mit einem einfachen Tröpfchentest aus dem Zoofachhandel prüfen Sie diese Werte regelmäßig. Das geht schnell und gibt Ihnen Sicherheit, dass im Becken alles im grünen Bereich ist. Wichtig ist außerdem, dass Sie ein neues Aquarium etwa drei bis vier Wochen lang einlaufen lassen, bevor die ersten Fische einziehen. In dieser Zeit siedeln sich die nützlichen Bakterien an, die Nitrit in das deutlich weniger schädliche Nitrat umwandeln. Erst wenn der Nitritwert dauerhaft bei null liegt, ist das Becken bereit für seine ersten Bewohner.

Fischarten für den Einstieg
Als Fische für Anfänger haben sich Arten bewährt, die robust sind und kleinere Pflegefehler verzeihen. Dazu zählen:
- Guppys: farbenfroh, gesellig, vermehren sich leicht
- Platys: pflegeleicht, friedlich, sehr robust
- Zebrabärblinge: widerstandsfähige Schwarmfische
- Panzerwelse: friedliche Bodenbewohner, die in kleinen Gruppen gehalten werden
- Antennenwelse: ruhige Algenfresser
Achten Sie bei der Fischauswahl darauf, dass die Tiere zu Größe und Wasserwerten Ihres Beckens passen. Beim Besatz hat sich eine einfache Faustregel bewährt: pro Liter Wasser maximal ein Zentimeter ausgewachsener Fisch. Letztlich kommt es aber immer auf die konkrete Art an, denn ein lebhafter Schwarmfisch braucht mehr Platz als ein ruhiger Bodenbewohner.

Schwarmfische im Aquarium: Gemeinschaft als Grundbedürfnis
Klassische Schwarmfische fürs Aquarium sind Neonsalmler, Roter Neon, Kardinalfisch, Sumatrabarbe, Kongosalmler und Zebrabärbling. Ihr volles Verhalten und ihre schönsten Farben zeigen sie nur in der Gruppe.
In der Natur dienen Schwärme dem Schutz vor Fressfeinden, der Fortpflanzung und einer effizienteren Fortbewegung. Außerdem spart das Leben in der Gruppe Energie und verbessert die Wahrnehmung jedes einzelnen Tiers. Im Aquarium sollten Sie Schwarmfische in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren halten, gerne auch mehr. Einzeln oder in zu kleinen Gruppen gehaltene Schwarmfische zeigen deutlichen Stress, verlieren an Farbintensität und werden schneller krank.
Welche Fische passen zusammen?
Fische aus weichem, leicht saurem Amazonaswasser passen schlecht zu Buntbarschen aus dem harten Malawisee. Welche Fische zusammenpassen, hängt also zuerst von ihren Ansprüchen an Temperatur, pH-Wert und Wasserhärte ab. Idealerweise stammen alle Bewohner aus derselben Region.
- Südamerika: weiches, leicht saures Wasser (Salmler, Skalare, Panzerwelse)
- Südostasien: weiches bis mittelhartes Wasser (Bärblinge, Fadenfische)
- Mittelamerika: hartes, neutrales Wasser (Lebendgebärende, Buntbarsche)
- Ostafrika: sehr hartes, alkalisches Wasser (Malawi- und Tanganjika-Buntbarsche)
Bei der Auswahl sollten Sie auch das Temperament berücksichtigen. Friedliche Fische wie Salmler und Welse harmonieren gut, während territoriale Buntbarsche oder männliche Kampffische Konflikte verursachen können. Wichtig ist außerdem, alle Beckenzonen zu besetzen:
- Oberfläche: z. B. Guppys, Platys, Fadenfische
- Mittelschicht: z. B. Neonsalmler, Zebrabärblinge, Kardinalfische
- Bodenzone: z. B. Panzerwelse, Antennenwelse, Schmerlen
So entsteht ein lebendiges Bild im Becken, in dem sich überall etwas tut.
Wie lange leben Fische im Aquarium?
Die Frage, wie lange Fische leben, lässt sich nicht pauschal beantworten.
Kleine, schnell wachsende Arten wie Guppys und Kampffische werden meist nur zwei bis vier Jahre alt. Mittelgroße Arten wie Panzerwelse und Skalare erreichen acht bis fünfzehn Jahre. Goldfische gehören mit zehn bis zwanzig Jahren zu den langlebigsten Süßwasser-Aquarienfischen überhaupt.
Wie alt ein Fisch wirklich wird, hängt von Genetik, Körpergröße, Wassertemperatur und Ernährung ab. Innerhalb dieses Rahmens entscheiden vor allem die Haltungsbedingungen: gute Wasserqualität, ausreichend Platz, abwechslungsreiches Futter und eine stressarme Umgebung verlängern das Leben deutlich.
Wo kann man Fische kaufen?
Der Zoofachhandel ist die häufigste Anlaufstelle. Spezialisierte Aquaristikgeschäfte beraten in der Regel fundierter als große Ketten und bieten oft eine größere Artenvielfalt.
Wer Wert auf Nachzuchten und seltene Arten legt, wird auf Züchterbörsen und bei Aquaristikvereinen fündig. Auch seriöse Online-Versender bieten lebende Fische an. Diese werden meist direkt vom Großhändler verschickt, was den Tieren Zwischenstationen erspart.
Bei Süßwasserfischen stammen heute viele Arten aus Nachzucht. Bei Salzwasserfischen ist Wildfang noch immer die Regel. Fragen Sie deshalb gezielt nach Nachzuchten oder zertifizierten, nachhaltigen Quellen, um Wildbestände und empfindliche Ökosysteme zu schützen.
Häufig gestellte Fragen zu Fischarten für Anfänger
Wie viele Fische passen in ein 60-Liter-Aquarium?
Faustregel: etwa ein Zentimeter ausgewachsener Fisch pro Liter Wasser. In einem 60-Liter-Becken passen also rund 10 bis 12 kleine Fische wie Neonsalmler oder Guppys, plus einige Bodenbewohner wie Panzerwelse.
Können Süß- und Salzwasserfische zusammen gehalten werden?
Nein. Süß- und Salzwasserfische haben grundlegend unterschiedliche Anforderungen an die Wasserchemie. Eine gemeinsame Haltung ist nicht möglich.
Wie erkenne ich gesunde Fische beim Kauf?
Achten Sie auf klare Augen, glatte Schuppen, intakte Flossen, lebhaftes Schwimmverhalten und gleichmäßige Atmung. Tiere, die abseits der Gruppe stehen oder an der Oberfläche nach Luft schnappen, sollten Sie nicht mitnehmen.
Fazit: das passende Aquarium braucht Wissen und Geduld
Ein Aquarium ist kein dekoratives Möbelstück, sondern ein lebendiges Mini-Ökosystem mit echten Bewohnern. Welche Fischarten sich für Aquarien eignen, hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit, Platz und Erfahrung Sie mitbringen. Für den Einstieg sind robuste Süßwasserarten und ein gut bepflanztes Becken die beste Wahl. Wer sich an die Regeln zu Wasserwerten, Beckengröße und Vergesellschaftung hält, schafft die Grundlage für ein gesundes, langes Fischleben. Sollten Ihre Fische einmal Krankheitsanzeichen zeigen, finden Sie auf unserer Plattform Tierärzte in Ihrer Region, die Sie kompetent unterstützen.
