Welche Krankheiten übertragen Katzen auf Menschen?

22. Dezember 2025 | Krankheiten

Eine Übersicht über die Krankheiten, die Katzen auf Menschen übertragen können, und wie Sie sie erkennen und ihnen vorbeugen.

Katze wird mit Handschuh angefasst und medizinisch versorgt Foto von freestocks.org

Zoonosen sind Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden. Bei aller Medienberichterstattung über Vogelgrippe oder Schweinegrippe wird manchmal vergessen, dass viele von uns mit Tieren 24/7 zusammenleben. 2023 haben 15,7 Katzen als Haustiere in Deutschland gelebt!

Auch Hunde, Katzen und andere Kleintiere können Menschen mit bestimmten Krankheiten anstecken.

Generell ist die Wahrscheinlichkeit, sich bei der Hauskatze mit einer Krankheit anzustecken, sehr gering. Am meisten gefährdet sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem (z.B. Kleinkinder, Ältere, AIDS-Patient:innen). Im Folgenden geben wir eine Übersicht über die Krankheiten, die Katzen auf Menschen übertragen können, und wie Sie sie erkennen und ihnen vorbeugen.

Zoonosen von Katzen zu Menschen

Giardien

Giardien sind Parasiten, die den Dünndarm von Katzen befallen. Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich, aber nicht wahrscheinlich.

Am häufigsten sind Freigänger-Katzen davon befallen, weil sie in Kontakt mit infizierten Tieren oder infiziertem Wasser kommen.

Verdacht auf eine Giardieninfektion bei Ihrer Katze besteht, wenn sie Gewicht verliert, Vedauungsprobleme hat und müde wirkt. Haben Sie sich mit Giardien angesteckt, macht sich das hauptsächlich mit Verdauungsproblemen wir Erbrechen und Durchfall bemerkbar.

Katzenkratzkrankheit

Die Katzenkratzkrankheit ist auch unter dem Namen Katzenkratzfieber oder dem englischen Akronym CSD (“cat scratch disease”) bekannt. Sie ist eine Infektion mit Bartonella henselae-Bakterien und wird durch Beißen, Kratzen oder Lecken von der Katze auf den Menschen übertragen.

Die Symptome einer Infektion mit Katzenkratzfieber können unterschiedlich sein:

  • Hautauffälligkeit an der Stelle des Bisses/Kratzers
  • Fieber
  • Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl
  • vergrößerte Lymphknoten

Milben, Flöhe und Würmer

Dass Parasiten wie Milben und Flöhe auf Menschen übertragen werden, ist bei guter Hygienepraxis eher unwahrscheinlich. Möglich ist es aber trotzdem und besondere Vorsicht im Umgang mit möglicherweise befallenen Katzen ist wichtig.

Tollwut

Freigänger-Katzen können von wilden Tieren gebissen werden und so mit Tollwut infiziert werden. Natürlich sind auch streunende Katzen ein Risiko. In Deutschland tritt Tollwut durch erfolgreiche Impfkampagnen seit einiger Zeit eigentlich nicht mehr auf. Trotzdem ist das Risiko grundsätzlich ernstzunehmen, da Tollwut tödlich ist, sobald die Symptome einmal begonnen haben.

Tollwut ist eine Infektion mit dem Rabies-Virus und verläuft in mehreren Phasen. Behandelbar ist sie nur, solange die Symptome noch nicht ausgebrochen sind. Später ist die Krankheit nicht mehr heilbar und führt zum Tod.

Die wichtigste Prävention ist die Tollwut-Impfung für Ihr Haustier. Halten Sie sich außerdem von streunenden Tieren fern. Für Menschen wird eine anlasslose Tollwutimpfung vom RKI nur empfohlen, wenn Sie durch Ihren Beruf oder Ihre Umgebung besonderen Risiken ausgesetzt sind, oder vor Reisen in Gebiete, in denen Tollwut häufiger auftritt.

Kranke Katze wird liebevoll gestreichelt und gepflegt
Foto von Unsplash

Toxoplasmose

Toxoplasmose wird durch die Infektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii ausgelöst. Sie gehört zu den bekanntesten durch Katzen übertragenen Krankheiten: Laut der CDC sind alleine in den USA über 40 Millionen Menschen mit dieser Krankheit infiziert.

Während die meisten Menschen symptomfrei bleiben, bestehen vor allem für Schwangere und immunschwache Menschen erhöhte Risiken für einen schwereren Verlauf. Dabei kann es zu Organschäden kommen, zum Beispiel am Gehirn und am Auge.

Um eine Infektion zu vermeiden, können Sie neben guter Hygiene rund ums Katzenklo und Händewaschen besonders den Kontakt mit z.B. Spielplatzsand vermeiden, in dem Katzen gerne ihre Fäkalien vergraben.

Wann Sie besonders vorsichtig sein müssen

In der Schwangerschaft

Schwangere Frauen haben ein geschwächtes Immunsystem und sind anfälliger für Infektionen. Besonders gefährlich ist Toxoplasmose, eine Parasitenerkrankung, die durch Katzenkot übertragen wird. Eine Infektion während der Schwangerschaft kann im schlimmsten Fall zu Fehlgeburten oder schweren Schäden beim ungeborenen Kind führen.

Seien Sie ganz besonders vorsichtig bei der Reinigung des Katzenklos – am besten wird das während der Schwangerschaft zur Sicherheit von einer anderen Person übernommen.

Vorsicht ist ohnehin immer geboten beim Umgang mit rohem Fleisch, da Katzen sich auch darüber infizieren können. Zuletzt ist der Kontakt mit Erde (z.B. beim Gärtnern) oder Sand (z.B. Sandkasten, Spielplatz) ein Risiko, da Katzen dort ihren Kot hinterlassen.

Mit Kindern

Kinder haben noch kein voll entwickeltes Immunsystem und sind anfälliger für Infektionen. Besonders riskant sind Wurmbefall (z. B. Spulwürmer) oder die Katzenkratzkrankheit, die durch Kratzer übertragen wird.

Risikosituationen sind auch hier der Kontakt mit Katzenkot im Sandkasten etc, sowie das Spielen speziell mit Katzen, die nach draußen gehen. Kleine Kinder sollten auch besser kein rohes Fleisch an Katzen füttern dürfen.

Als ältere*r Katzenbesitzer*in

Mit zunehmendem Alter wird das Immunsystem schwächer, und chronische Erkrankungen können Infektionen begünstigen. Besonders Salmonellen oder Campylobacter, die Katzen über rohes Fleisch aufnehmen können, sind gefährlich.

Bei bestehenden Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem

Personen mit HIV/AIDS, nach Organtransplantationen oder unter Behandlung mit Chemotherapie haben ein höheres Risiko, sich mit Erregern wie Toxoplasma gondii oder Bartonella henselae (Katzenkratzkrankheit) anzustecken. Selbst harmlose Infektionen können bei ihnen schwer verlaufen.

Vermeiden Sie besonders den Kontakt mit sichtbar kranken oder streunenden Katzen und das Küssen von Katzen. Waschen Sie sich immer gut die Hände und desinfizieren Sie die Wunde direkt nach einem Biss oder Kratzer.

Kranke Katze liegt erschöpft auf einer Decke
Foto von Linh Nguyen auf Unsplash

So können Sie vorsorgen

Sauberer Umgang mit Katzenkot

Die Sauberkeit im Umgang mit Katzenkot spielt eine entscheidende Rolle, da dieser Parasiten wie Toxoplasma gondii oder Würmer enthalten kann. Das Katzenklo sollte täglich gereinigt werden, um zu verhindern, dass sich Erreger vermehren und infektiös werden.

Beim Reinigen empfiehlt es sich, Handschuhe zu tragen, und das Klo nicht in der Nähe von Lebensmitteln oder in der Küche aufzustellen. Schwangere Frauen sollten das Reinigen des Katzenklos generell vermeiden, da Toxoplasmose für das ungeborene Kind gefährlich sein kann.

Regelmäßige Tierarzt-Checkups

Durch jährliche Impfungen gegen Tollwut, Katzenschnupfen und Leukose sowie regelmäßige Entwurmungen alle drei bis sechs Monate wird nicht nur die Gesundheit des Tieres geschützt, sondern auch die des Menschen. Besonders Freigänger sollten zusätzlich gegen Parasiten wie Flöhe, Zecken und Milben behandelt werden, da sie häufiger mit Erregern in Kontakt kommen.

Händewaschen nach dem Streicheln

Nach dem Streicheln oder Spielen mit der Katze sollten die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden, besonders vor dem Essen oder der Zubereitung von Mahlzeiten.

Kratzer oder Bisse, die beim Umgang mit Katzen entstehen können, sollten sofort mit Wasser und Seife gereinigt und desinfiziert werden. Es ist ratsam, Katzen nicht ins Gesicht oder an offene Wunden lassen, um Infektionen zu vermeiden.

Generelle Hygiene

Auch die Sauberkeit im Haushalt trägt dazu bei, das Ansteckungsrisiko zu senken. Regelmäßiges Staubsaugen reduziert die Verbreitung von Katzenhaaren und Allergenen, während Katzenutensilien wie Decken, Spielzeug und Körbchen bei 60°C gewaschen werden sollten. Um den Kontakt mit Haaren und Parasiten während des Schlafs zu minimieren, kann es sinnvoll sein, das Schlafzimmer katzenfrei zu halten.

Abstand zu kranken und streunenden Tieren

Besondere Vorsicht ist bei streunenden oder kranken Katzen geboten, da diese ein höheres Risiko haben, Krankheiten wie Tollwut, Katzenkratzkrankheit oder Pilzinfektionen zu übertragen. Direkter Kontakt sollte vermieden werden, besonders wenn die Katze aggressiv wirkt oder sichtbare Wunden hat. Falls eine verletzte oder kranke Katze versorgt werden muss, sollten Handschuhe getragen und anschließend die Hände gründlich desinfiziert werden.

Auf Ernährung der Katze achten

Auch die Ernährung der Katze beeinflusst das Ansteckungsrisiko. Rohe Fleisch- oder Fischprodukte können Salmonellen, Campylobacter oder Parasiten enthalten, die sowohl für die Katze als auch für den Menschen gefährlich sind. Falls rohes Fleisch gefüttert wird, sollte es tiefgefroren und speziell für Katzen geeignet sein. Futter- und Wasserschalen müssen regelmäßig mit heißem Wasser gereinigt werden, um Bakterienwachstum zu verhindern.

Fragen und Antworten

Sind bei Katzen Milben auf Menschen übertragbar?

Die meisten Milben, die Katzen befallen (z. B. Ohrmilben oder Haarbalgmilben), sind wirtsspezifisch und befallen normalerweise keine Menschen. Allerdings gibt es Ausnahmen wie z.B. die Krätze und Herbstgrasmilben.

Gibt es bei Giardien bei der Katze eine Übertragung auf den Menschen?

Ja, Giardien (Giardia duodenalis) können von Katzen auf Menschen übertragen werden, allerdings ist dies nicht die häufigste Infektionsquelle. Giardien werden über den Kot ausgeschieden und können durch verunreinigtes Wasser, Lebensmittel oder direkten Kontakt mit infiziertem Kot übertragen werden.

Was sind die Symptome von Toxoplasmose bei Katzen?

Viele Katzen mit Toxoplasmose zeigen keine oder nur milde Symptome, da ihr Immunsystem den Erreger oft kontrolliert. Bei akuten Infektionen oder geschwächtem Immunsystem können folgende Anzeichen auftreten: Fieber, Gewichtsverlust und die Katze frisst nicht, Müdigkeit und Schwäche.

Können Katzen Würmer auf Menschen übertragen?

Ja, bestimmte Wurmarten wie Spulwürmer (Toxocara cati) oder Bandwürmer (z. B. Dipylidium caninum) können auf den Menschen übergehen. Kinder sind besonders gefährdet, da sie oft engeren Kontakt zu Katzen haben und sich leichter infizieren (z. B. durch verschmutzte Hände).

Können Katzen Tollwut auf Menschen übertragen?

In Deutschland ist Tollwut bei Hauskatzen extrem selten, da die Impfung Pflicht ist. In Risikogebieten (z. B. Osteuropa, Asien) können Katzen jedoch Träger des Virus sein und es durch Bisse übertragen.

Wie erkenne ich, ob meine Katze Flöhe hat?

Typische Anzeichen sind:

  • Ständiges Kratzen oder Beißen in das Fell
  • Kleine schwarze Punkte (Flohkot) im Fell
  • Rote, entzündete Hautstellen