Die häufigsten Infektionen beim Hund im Überblick

11. Februar 2026 | Krankheiten

Infektionen beim Hund sind häufig und reichen von harmlos bis ernst, bakteriell bis viral. Wir erklären, wie Sie die Symptome erkennen!

Kranker Hund liegt erschöpft auf dem Sofa Foto von Robert Larsson auf Unsplash

Die Gesundheit unseres treuesten Begleiters liegt uns allen am Herzen. Doch trotz bester Pflege und Vorsorge ist kein Hund immun gegen Krankheitserreger. Ob beim Schnüffeln im Park, beim Kontakt mit Artgenossen oder durch Parasiten – Infektionen beim Hund sind ein Thema, mit dem sich jeder verantwortungsbewusste Halter auseinandersetzen sollte.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Infektionskrankheiten am häufigsten auftreten, wie Sie eine bakterielle Infektion beim Hund und ihre Symptome frühzeitig erkennen und wann der Gang zum Tierarzt unumgänglich ist. Unser Ziel ist es, Ihnen das Wissen an die Hand zu geben, damit Ihr Hund ein langes und gesundes Leben an Ihrer Seite führen kann.

Arten von Infektionen beim Hund im Überblick

Nicht jede Infektion führt sofort zu einer sichtbaren Erkrankung. Das Immunsystem des Hundes ist oft in der Lage, Erreger erfolgreich zu bekämpfen. Dennoch ist Wachsamkeit geboten, da viele Infektionskrankheiten ohne Behandlung chronisch werden oder sogar tödlich verlaufen können.

Unter einer Infektion versteht man das Eindringen, Verbleiben und anschließende Vermehren von Krankheitserregern in einem Organismus. Diese Erreger können unterschiedlicher Natur sein.

Bakterielle Infektionen

Bakterien sind einzellige Organismen, die sich durch Zellteilung rasant vermehren können. Während viele Bakterienarten (wie die Darmflora) lebensnotwendig sind, produzieren pathogene (krankmachende) Bakterien Giftstoffe, die Gewebe schädigen. Eine bakterielle Infektion beim Hund zeigt Symptome, die oft schleichend beginnen und sich zu schweren Entzündungen ausweiten können.

Beispiele: 

  • Staphylokokken und Streptokokken: Diese besiedeln oft die Haut. Bei kleinen Verletzungen oder Immunschwäche dringen sie ein und verursachen eitrige Entzündungen (Pyodermien) oder Abszesse.
  • Salmonellen und Campylobacter: Diese gelangen meist über rohes, verunreinigtes Futter (BARF) oder Kot in den Hund. Sie lösen schwere Magen-Darm-Entzündungen mit wässrigem bis blutigem Durchfall aus.
  • Leptospiren: Diese Bakterien werden oft über den Urin von Nagetieren in Pfützen übertragen. Sie sind besonders gefährlich, da sie die Organe (Niere und Leber) angreifen und als Zoonose auch auf den Menschen übertragbar sind.

Virale Infektionen

Viren sind im Gegensatz zu Bakterien keine echten Lebewesen, da sie keinen eigenen Stoffwechsel besitzen. Sie "kapern" die Zellen des Hundes, um sich darin zu replizieren. Dies macht sie oft schwieriger zu bekämpfen, da Medikamente die Vermehrung stoppen müssen, ohne die Körperzellen des Hundes zu schädigen.

Beispiele:

  • Parvovirose (CPV): Eines der gefährlichsten Viren für Hunde. Es ist extrem widerstandsfähig in der Umwelt und greift die Herzmuskulatur oder die Darmschleimhaut an. Besonders Welpen sind gefährdet.
  • Staupe (CDV): Dieses Virus ist tückisch, da es verschiedene Verlaufsformen hat – von Atembeschwerden über Magen-Darm-Probleme bis hin zu irreparablen Schäden am Nervensystem ("Staupe-Gebiss" oder Muskelzucken).
  • Canines Adenovirus (Hepatitis contagiosa canis): Dieses Virus zielt primär auf die Leber ab. Symptome sind oft Fieber, Erbrechen und eine Trübung der Hornhaut am Auge ("Blue Eye Syndrome").

Parasitäre Infektionen

Unter parasitären Infektionen beim Hund versteht man den Befall durch Organismen, die auf Kosten des Hundes leben. Man unterscheidet hierbei zwischen Endoparasiten (im Körper) und Ektoparasiten (außen am Körper).

Beispiele:

  • Protozoen (Einzeller): Hierzu zählen vor allem Giardien. Diese mikroskopischen Parasiten heften sich an die Darmwand und entziehen dem Hund Nährstoffe, was zu chronischem Durchfall und Gewichtsverlust führt.
  • Helminthen (Würmer): Spulwürmer, Bandwürmer und Hakenwürmer sind die Klassiker. Gefährlicher sind jedoch Herz- und Lungenwürmer, die durch Mücken oder Schnecken übertragen werden und lebenswichtige Gefäße verstopfen können.
  • Ektoparasiten als Überträger: Flöhe und Zecken verursachen nicht nur Juckreiz. Zecken sind Überträger von Einzellern, die die roten Blutkörperchen zerstören (Babesiose) oder die Gelenke und Nerven angreifen (Ehrlichiose/Anaplasmose).

Pilzinfektionen (Mykosen)

Pilzinfektionen treten beim Hund seltener systemisch (im ganzen Körper) auf, sind aber als Hautinfektionen äußerst langwierig. Pilze vermehren sich über Sporen, die monatelang in der Umgebung (z.B. in Körbchen oder Teppichen) überleben können.

  • Dermatophytose (Hautpilz): Ein typisches Zeichen sind kreisrunde, haarlose Stellen, die oft nicht jucken, aber hochgradig ansteckend für andere Tiere und Menschen sind.
  • Malassezien-Dermatitis: Diese Hefepilze gehören zur normalen Hautflora, vermehren sich aber bei Allergien oder Feuchtigkeit (z.B. in Schlappohren) explosionsartig. Dies führt zu fettiger, rötlich-brauner Haut und einem intensiven Geruch.
  • Systemische Mykosen: In seltenen Fällen können Pilzsporen eingeatmet werden und die Lunge oder andere innere Organe befallen (z.B. Aspergillose in der Nasenhöhle), was oft chirurgisch behandelt werden muss.

Warnsignale für die häufigsten bakteriellen Infektionen beim Hund

Die Symptome einer bakteriellen Infektion hängen stark davon ab, welches Organ oder System betroffen ist. Es gibt jedoch einige Allgemeinsymptome, die bei den meisten bakteriellen Infektionen auftreten:

  • Fieber: Eine Körpertemperatur über 39 °C (rektal gemessen) ist bei Hunden ein deutliches Warnsignal.
  • Abgeschlagenheit: Ihr Hund wirkt matt, schläft viel und zeigt wenig Interesse an Spaziergängen.
  • Appetitlosigkeit: Wenn der Napf plötzlich voll bleibt, steckt oft ein Infekt dahinter.
  • Eiterbildung: Bei Wundinfektionen oder Entzündungen der Atemwege ist oft gelblicher oder grünlicher Ausfluss sichtbar.
  • Schwellungen und Rötungen: Lokale Entzündungen der Haut fühlen sich oft heiß an.

Symptome der häufigsten viralen Infektionen beim Hund

1. Parvovirose (Hundeseuche)

Besonders für Welpen und ungeimpfte Hunde stellt die Parvovirose eine lebensbedrohliche Gefahr dar. Das Virus greift die Darmschleimhaut und das Immunsystem an.

Symptome sind blutiger Durchfall, schweres Erbrechen und dadurch massive Dehydrierung.

2. Staupe

Die Staupe ist eine gefährliche Multi-Organ-Erkrankung. Sie kann die Atemwege, den Magen-Darm-Trakt und das Nervensystem befallen.

Symptome sind Nasenausfluss, Husten, und auch neurologische Störungen (Zittern, Krampfanfälle).

3. Tollwut

Obwohl Deutschland als tollwutfrei gilt, bleibt das Risiko durch illegal importierte Tiere bestehen. Tollwut verläuft für den Hund immer tödlich und ist auch auf den Menschen übertragbar (Zoonose). Die Symptome verlaufen in Phasen von ersten Wesensveränderungen über Aggression und Beißwut bis zum Endstadium von Verwirrung, Hydrophobie und Lähmung.

Kranker Welpe liegt in einer Decke und ruht sich aus
Foto von Yibo Wei auf Unsplash

Wie man Infektionen durch Parasiten erkennt

Parasiten sind keine klassischen "Keime", lösen aber häufig sekundäre Infektionen beim Hund aus oder schwächen den Körper so stark, dass Bakterien leichtes Spiel haben.

Giardien

Giardien sind mikroskopisch kleine Einzeller, die den Dünndarm besiedeln. Sie sind besonders in Tierheimen oder an Orten mit vielen Hunden verbreitet. Das wichtigste Symptom von Giardien ist wiederkehrender, schleimiger oder fettiger Durchfall, oft mit gelblicher Farbe.

Zeckenübertragene Krankheiten

Zecken saugen nicht nur Blut, sondern fungieren als Vektoren für gefährliche Erreger wie Anaplasmen, Ehrlichien oder Babesien ("Hundemalaria"). Kontrollieren Sie Ihren Hund nach jedem Spaziergang gründlich auf Parasiten!

Hautinfektionen: Wenn es juckt und brennt

Die Haut ist das größte Organ des Hundes und bildet die erste Barriere gegen die Umwelt. Ist diese Barriere gestört (z. B. durch Allergien), kommt es oft zu Hautinfektionen.

Pyodermie

Pyodermie ist eine bakterielle Hautentzündung, die oft durch das Kratzen bei Flohbefall oder Allergien entsteht. Sie zeigt sich durch Pusteln, Krusten, Haarausfall und einen unangenehmen Geruch der Haut.

Malassezien-Dermatitis

Hierbei handelt es sich um eine übermäßige Vermehrung von Hefepilzen, oft in den Ohren oder zwischen den Zehen. Betroffene Hunde leiden unter starkem Juckreiz, Rötungen und oft entsteht ein "käsiger" Geruch.

Diagnose beim Tierarzt: So wird Infektionen auf den Grund gegangen

Sollten Sie bei Ihrem Hund bakterielle Infektionen und deren Symptome oder andere Krankheitsanzeichen bemerken, ist eine fundierte Diagnose durch einen Experten entscheidend. Ein Tierarzt nutzt verschiedene Methoden:

  1. Klinische Untersuchung (Abtasten der Lymphknoten, Messen der Temperatur, Abhören von Herz und Lunge)
  2. Blutuntersuchung: Ein großes Blutbild gibt Aufschluss über Entzündungswerte (Leukozyten) und die Organfunktion.
  3. Kot- und Urinproben zum Nachweis von Parasiten oder Blaseninfektionen
  4. Abstriche und Kulturen (um genau zu bestimmen, welches Bakterium vorliegt und welches Antibiotikum wirkt)

Behandlungsmöglichkeiten: Was hilft meinem Hund?

Die Therapie richtet sich strikt nach der Ursache der Infektion.

  • Antibiotika werden bei gesicherten bakteriellen Infektionen eingesetzt.Halten Sie sich strikt an die vorgegebene Dauer der Gabe, um Resistenzen zu vermeiden.
  • Virostatika & Immun-Booster sind bei Viren oft als unterstützende Therapie eine Option (Flüssigkeitszufuhr, Vitamine).
  • Antiparasitika gibt es als Tabletten, Spot-ons oder Halsbänder (bekämpfen Würmer, Flöhe und Zecken).
  • Hausmittel: Unterstützend können Schonkost (z. B. Morosche Karottensuppe bei Durchfall) oder lauwarme Kamillentee-Umschläge (nur nach Absprache!) helfen.

Prävention: So schützen Sie Ihren Hund effektiv

Vorbeugen ist besser als Heilen. Achten Sie auf Veränderungen im Verhalten oder Aussehen Ihres Tieres. Sie können viel tun, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Impfschutz aktuell halten

Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut gehören zum Standard.

Hygiene

Reinigen Sie Futter- und Wassernäpfe regelmäßig. Entfernen Sie Hundekot sofort, um die Verbreitung von Parasiten zu stoppen.

Immunsystem stärken

Eine hochwertige Ernährung, ausreichend Bewegung und wenig Stress sind die beste Basis für eine starke Abwehr.

Fazit: Achtsamkeit rettet Leben

Infektionen beim Hund sind vielfältig und leider allgegenwärtig. Doch als informierter Besitzer / informierte Besitzerin können Sie die Warnsignale deuten, ob es sich um eine harmlose Erkältung oder eine ernsthafte bakterielle Infektion beim Hund handelt.

Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl: Wenn sich Ihr Hund anders verhält als sonst, ist ein Besuch beim Tierarzt/der Tierärztin immer am sichersten.